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TU Berlin

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Geschichte

Georg Schlesinger
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Das IWF wurde 1904 an der damaligen Technischen Hochschule zu Berlin (heute Technische Universität Berlin) von Prof. Georg Schlesinger gegründet. Als er den Ruf auf den neuen Lehrstuhl für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb erhielt, führte der damals erst 34jährige das Berliner Institut schnell zu weltweiter Bedeutung. Gleichzeitig mit der Neugründung des Instituts rief er das Versuchsfeld für Werkzeugmaschinen als erste derartige Einrichtung in Deutschland ins Leben.

Als Jude wurde Schlesinger im Jahre 1933 von seinem Lehrstuhl vertrieben. Nach kurzer Inhaftierung emigrierte er nach England. Zahlreiche jüdische Mitarbeiter des Institutes haben die Zeit der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland nicht überlebt.

Das Lebenswerk Schlesingers erstreckte sich auf fast alle Bereiche heutiger Produktionstechnik. Konstruktion, Fertigung, Werkzeugmaschinen und deren Abnahme, Untersuchungen zur Zerspanbarkeit und Schneidhaltigkeit von Werkzeugen, Arbeiten zu Normungen und Messtechnik zeigen Breite und Vielfalt des Themenspektrums von Schlesinger. Die Vision der Anfangsjahre des Lehrstuhls war es, die Betriebswissenschaft als akademische Disziplin durchzusetzen. Das ist Georg Schlesinger gelungen. Schlesinger gilt zu Recht als Pionier der wissenschaftlichen Betriebsorganisation in Deutschland. Georg Schlesinger hat zudem sehr frühzeitig die Tradition medizintechnischer Forschung mit begründet und an der qualitativen Verbesserung von Prothesen gearbeitet und damit den Grundstein für das nachfolgend gegründete Institut für biomedizinische Technik an der Technischen Universität gelegt. In der Überzeugung, dass die Gesundheitstechnik für die Gesellschaft unserer Tage eine herausragende Bedeutung erlangen wird, hat sich das Institut mit dem IPK, ganz im Vermächtnis Schlesingers, im Jahre 2001 mit der Gründung eines Bereiches für mechatronische Medizintechnik erneut medizinischen Fragestellungen zugewandt. Eine weitere die Gegenwart prägende Leistung Schlesingers, die im heutigen Institut für Arbeitswissenschaft weitergeführt wird, war in den Jahren 1918/19 die Entwicklung der Psychotechnik. Die durch Georg Schlesinger in Berlin begründete Wissenschaftsschule wurde in den nachfolgenden Dekaden von Otto Kienzle, Karl P. Matthes, Heinrich Schallbroch und Günter Spur als Nachfolger auf dem Lehrstuhl für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik ganz im Sinne von Schlesinger weiterentwickelt. Die aus dieser Berliner Schule hervorgegangenen Doktoringenieure und Professoren bilden in dem von Professor Spur 1973 gegründeten Verein der Freunde des IWF ein enges Netzwerk.

Otto Kienzle
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Nachfolger auf dem Lehrstuhl in der Zeit des Nationalsozialismus wurde mit Otto Kienzle ein Schüler Georg Schlesingers. Kienzle verlagerte das Schwergewicht der Forschungen mehr auf das Gebiet der Betriebswissenschaft, ohne die Werkzeugmaschine und mit ihr die Fertigungstechnik geringer zu bewerten. Im Versuchsfeld wurden die richtungsweisenden Forschungen Schlesingers fortgeführt. Bis heute von Bedeutung sind die unter Kienzle am IWF durchgeführten Entwicklungsarbeiten von Passungssystemen, die später zu den ISO- und DIN-Passungssystemen führten. Er schaffte zudem die Grundlagen zur späteren DIN 8580: "Einteilung der Fertigungsverfahren".

Karl P. Matthes
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In Berlin wurde Karl P. Matthes am 1. November 1946 auf den Lehrstuhl für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen als ordentlicher Professor berufen. Mit seinen engen Kontakten zur Berliner Industrie gelang es ihm unter den schwierigen Bedingungen der Nachkriegszeit, den Lehr- und Forschungsbetrieb wieder aufzunehmen sowie das Versuchsfeld schrittweise aufzubauen.

Heinrich Schallbroch
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1953 begann mit Heinrich Schallbroch ein neuer Abschnitt in der Institutsgeschichte. Mit dem Neubau eines Lehr- und Institutsgebäudes in der Fasanenstraße 90 sowie umfangreichen Forschungsaktivitäten speziell auf dem Gebiet der Zerspanungstechnik gelang es ihm in seiner zwölfjährigen Amtszeit, dem Lehrstuhl in der Tradition Schlesingers eine eigene Prägung zu geben und verschaffte dem IWF erneut Anerkennung und Geltung in der Wissenschaftslandschaft.

Günter Spur
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Günter Spur hatte in fünfter Amtsnachfolge Schlesingers von 1965 bis 1997 den Berliner Lehrstuhl inne. Die Entwicklung des Institutes unter seiner Leitung lässt sich prägnant in der Gedankenkette von der Werkzeugmaschine über die Fertigungstechnik zur Produktionswissenschaft zusammenfassen. Im Zentrum steht, im vollständigen Einklang mit Georg Schlesinger, das Engagement für die Zukunft der Fabrik als produktionstechnische, wirtschaftliche und immer auch gesellschaftspolitische Herausforderung. Das umfassende Lebenswerk Professor Spurs lässt sich durch Nennung folgender Meilensteine nur ansatzweise charakterisieren: Numerische Steuerungen von Werkzeugmaschinen, Programmiersprachen, Robotersystemtechnik, Automatisierungstechnik, Informations- und Kommunikationstechnik in der Produktion, Ausbau der CAD-Technologie, Gründung des Fraunhofer-Instituts für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK) und die Realisierung des Produktionstechnischen Zentrums.

Eckart Uhlmann
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Im September 1997 wurde Prof. Dr.-Ing. Eckart Uhlmann zum Professor für das Fachgebiet Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik am IWF berufen. Zugleich übertrug ihm die Fraunhofer-Gesellschaft die Leitung des Fraunhofer-Instituts für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK, das seit 1977 mit dem IWF im Produktionstechnischen Zentrum Berlin verbunden ist. Die Forschungs- und Lehrangebote des IWF orientieren sich heute an Technologie und Management des industriellen Fabrikbetriebes und umfassen sowohl die Entwicklung von Prozesstechnologien und Produktionsanlagen wie auch deren informationstechnische Modellierung. In fünf Fachgebieten arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler interdisziplinär an der "Digital integrierten Fabrik". Ihr Ziel ist es, Produktentwicklung, Fertigungsplanung und Produktion so abzubilden und zu vernetzen, dass die Lebenszyklen von Produkten und Prozessen simuliert, optimiert und verifiziert werden können. Die Einrichtung eines internationalen Master-Studienganges zum Global Production Engineering ist die Antwort der Lehre auf die Herausforderungen der globalen Industriegesellschaft.

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Dr.-Ing. Jörg Bold
Tel.: +49 30 314-24455
Raum PTZ 206